12 Kapitel, 36 Einträge. Im Yearbook von Sleeping At Last!
Die Zeit von Oktober 2010 bis September 2011 war wohl eine besondere Zeit für Sleeping At Last. Innerhalb eines Jahres veröffentlichten die Amerikaner aus Wheaton, Illinois nicht weniger als zwölf EPs mit je drei neuen Songs – Monat für Monat also eine neue EP, betitelt mit dem entsprechenden Monatsnamen. Ende 2011 durfte man sich als Hörer dann über das gesammelte Werk freuen: Das Yearbook!
Ghosts I’ve Met. Blackwoods. Fragil
Cigarettes in the rain,
it’s a long life anyway,
it’s a long life anyway.
Im Regen stehen und stehen bleiben. Sinnbild des Alleinseins. Müde werden und müde bleiben. Müde sein wollen. Genügsam – würde man meinen. Zustandslos – meint man. Sinnbild vieler Gegenwarten.
The Walkabouts in der Szene: Weder richtig schlecht noch wirklich gut
Markiert mit 2011, Rock, Szene
In unserer Reflexion über das ungemein feinfühlige Album Train Leaves At Eight haben wir ja bereits geschrieben, dass die Musik der Walkabouts seither und insbesondere in den letzten Jahren wieder eine zunehmend rockigere Tonart eingeschlagen hat und vermutet, dass uns das auch beim Konzert in der Wiener Szene erwarten würde. Wir sollten Recht behalten. Und das war dann weder richtig schlecht noch wirklich gut.
Train Leaves At Eight. The Walkabouts auf Europa-Tour
Markiert mit 2000, Europa, Folk, Szene
The Walkabouts auf Europa-Tour – etwas, was zugleich Gültigkeit in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart hat. Über beide Zeiten dürfen wir uns freuen! Einerseits dank des nur aus Cover-Versionen von Liedern kontinentaleuropäischer Künstler bestehenden Albums Train Leaves At Eight, welches auch heute, zwölf Jahre nach seiner Veröffentlichung, immer noch zu den besten Werken der amerikanischen Band aus Seattle zählt, andererseits dank der tatsächlich gerade stattfindenden Europa-Tour von Chris Eckmann, Carla Torgerson und Co. Und diese Tour bringt The Walkabouts morgen endlich auch wieder mal nach Wien.
Auf wen und auf was wir 2011 vergessen haben: Bon Iver!
Markiert mit 2011, Singer/Songwriter
Wenn man seine Alben und Songs des Jahres noch vor Weihnachten auswählt, dann sollte man danach besser keine Alben mehr aus diesem Jahr hören. Unter Umständen kann es dann nämlich vorkommen, dass einem Musik, die man in den Tagen bis Neujahr hört, ungemein begeistert und man sich wünschen würde, man hätte sie in der Auflistung der besten Alben oder Songs berücksichtigt. Genau das ist uns zuletzt mit einem Album passiert, welches uns zu Weihnachten zwar schon bekannt, aber eben noch nicht vertraut war: Bon Iver von Bon Iver!
Die besten Songs aus 2011
Markiert mit 2011
Neben den besten Alben ließen sich beim diesjährigen “Top of the Blogs” erstmals auch Lieblinge in anderen Kategorien einreichen, darunter auch Songs – eine Gelegenheit, die unsererseits nicht verpasst werden wollte.
Die besten Alben aus 2011
Markiert mit 2011
Martin vom Musik-Blog KORN & SPRITE lädt alle deutschsprachigen Musik-Blogs mit Jahresende zum Revue passieren ein. Es soll eine Blogger-Hitparade der besten Alben dieses Jahres, die “Top of the Blogs 2011″, erstellt werden. So wie 2010 darf auch dieses Jahr the death cat natürlich nicht fehlen. In den letzten Tagen wurden darum sorgfältigst die besten Alben des Jahres ausgewählt.
Wenn Sufjan Stevens Silent Night neu interpretiert, dann jaulen zum 3. Advent sogar die Engel!
Markiert mit 2010, Folk, Weihnachten
Es war wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, als vor einem Jahr eine neue, wenn auch bis heute inoffizielle Songs for Christmas Volume von Sufjan Stevens in der Blogosphäre auftauchte. Wenige Tage vor Weihnachten wurde mit Volume 6 endlich ein weiterer Missing Link zwischen den als CD-Box veröffentlichten Volumes 1 bis 5 und der EP Volume 8 entdeckt. Und das war so schön, dass gleich zu Beginn der EP die Engel im Weihnachtsklassiker “Silent Night” vor Freude jaulten. Gloria!
For Folk’s Sake It’s Christmas! Oder zumindest schon 2. Advent
Markiert mit 2011, Folk, Weihnachten
Es weihnachtet, ob man es will oder nicht – und darum muss nun einfach mal gesagt werden: For Folk’s Sake It’s Christmas! Mit diesem Wortspiel verwöhnt die britische, der dortigen Folk-Szene verschriebene Website For Folk’s Sake zum zweiten Mal nach 2011 seine Hörerschaft mit einer Selektion aus bekannten klassischen und weniger bekannten, da neueren Weihnachtsliedern. Fast zwangsläufig klingt dieses Zusammenspiel dann zwar nicht immer ganz nach Weihnachten, aber zweifelsohne einfach gut. Was nur wenig Weihnachtsmusik erreicht, darf man “It’s Christmas 2011″ darum schon jetzt im Dezember zutrauen: Die Wahrscheinlichkeit, auch im Frühling noch gespielt zu werden.
1. Advent: Zu spät, aber hoffentlich noch rechtzeitig mit Rosie Thomas, Why Can’t It Be Christmastime All Year und Schwung in den Advent 2011
Markiert mit 2008, Pop, Weihnachten
Wie auch 2010 wollen wir auch dieses Jahr Weihnachten wieder mit der passenden Musik an den Adventsonntagen einläuten. Der frühe erste Advent im November hat uns diese Tage selbst überrascht, weshalb wir die erste musikalische Empfehlung am heutigen ersten Dezembertag zwar verspätet, aber hoffentlich immer noch rechtzeitig aussprechen: Mit dem beschwingtem “Why Can’t It Be Christmastime All Year” von Rosie Thomas!
Sweetest Thing von The Rifles. Weil wir gute Laune brauchen!
Markiert mit 2011, Rock, Songs ohne Strophen
Rein textlich betrachtet handelt es sich bei “Sweetest Thing” von The Rifles um keine Offenbarung. So macht es wohl nicht von ungefähr den Eindruck, dass die englische Indie Rock-Band aus London angesichts des bestechend eingängigen, positiven Refrains die zweite Strophe von “Sweetest Thing” auf das Allernotwendigste, nämlich nur einen Satz reduzierte. Dank des Refrains wirken textliche Schwächen nämlich höchstens zweitrangig und ist “Sweetest Thing” mit einen Schlag erhoben zur Aufnahme in den erlesenen Kreis der Songs, die keine Strophen brauchen.
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Umgekehrte Platzangst bei Balmorhea im B72
“Wie passt eine siebenköpfige Band auf die Bühne des Wiener B72?”. Das war eine der großen Fragen vor dem Konzert von Balmorhea am vergangenen Mittwoch im Wiener Gürtellokal. Beantwortet wurde diese zum einen von Balmorhea selbst. Die Truppe reiste nur zu sechst aus Austin, Texas an. Zum anderen gab der vergrößerte Bühnenbereich des B72 Antwort. Durch diesen hatten alle Musiker mitsamt Instrumenten wie Violine, Cello, Kontrabass, gefühlten zehn Gitarren, Keyboard, Schlagzeug und Vibraphon mehr Platz. Dass es – ganz im Gegensatz zum Zuschauerbereich – auf der Bühne des B72 aber immer noch eng war, verwunderte angesichts der Instrumentenvielfalt nicht, lag aber auch am Variantenreichtum, mit dem Balmorhea musizierte. Die Musiker wechselten nämlich nicht nur einmal Instrumente oder tauschten diese ganz aus. Und so vermisste man auch nach einer knappen Stunde Konzertgenuss das oftmals wichtigste Instrument nicht weiter: eine Stimme.
Die beste Zeit für Grown Unknown von Lia Ices? Genau jetzt!
Markiert mit 2011, Chamber Pop
Rot, Orange, immer noch Grün, Braun, Wärme, Nässe, Sonne, Kälte, Wind durch Bäume, Wind durch Laub. Die Faszination dieser Tage ist ihre Vielschichtigkeit – es herbstet und alleine offene Augen genügen, um wunderbare Vielfalt selbst dann zu sehen, wenn die Natur um uns langsam einschläft. Und dieses Dämmern scheint genau die richtige Zeit für die Entfaltung von Grown Unknown, dem musikalischen Ankommen von Lia Ices in unsere Welt zu sein. Zwar ist “Grown Unknown” auch im Frühling, Sommer und Winter wunderbar zu hören, aber in keine Jahreszeit passt das Debütalbum von Lia Ices wohl besser als in den Herbst.
Time Travel. Einmal Alessi’s Ark und zurück
Markiert mit 2011, Folk, Pop, Singer/Songwriter
28 1/2 Minuten. 12 Lieder. Und die meisten davon nicht länger als 2 1/2 Minuten. Das ist Alessi’s Arks neues Album “Time Travel” in Zahlen, zumindest so ungefähr. Was jedoch viel wichtiger zu wissen ist: Diese Zeitreise ist nicht nur recht kurz, sondern vor allem ziemlich kurzweilig.
Es scheint so, als bräuchte Alessi Laurent-Marke fast gar nichts, um ihre Zuhörer in ihre kleine, feine Klangwelt zu entführen. Eins vor allem nicht: Zeit. Und damit muss man sich auf “Time Travel” abfinden. Intros oder Outros sind eher spärlich vorhanden und es kommt schon mal vor, dass ein Lied vorbei ist, ehe man sich die Melodie noch hätte merken können.
Felt. Familiar. Auch Nils Frahm hat nette Nachbarn
Markiert mit 2011, Instrumental
Erst vor kurzem klärte Rey Villalobos aka House of Wolves seine Konzertbesucher im Wiener rhiz über den Grund seiner ungemein feinfühligen, von uns sogar als “zärtlich” empfundenen Musik auf: Sie entstand aus Rücksichtnahme auf seine Nachbarn! Damit sorgte der Amerikaner für Lacher, doch ganz so unüblich scheint dieses Szenario, indem Musiker beim Komponieren Rücksicht auf ihre Nachbarn nehmen, gar nicht zu sein. Auch vom Berliner Pianisten Nils Frahm war diese Tage im Zuge der Veröffentlichung seines neuen Albums Felt entsprechendes zu hören:
Ursprünglich wollte ich meinen Nachbarn mit dem gedämpften Klavier einen Gefallen tun: Wenn ich in der nächtlichen Stille spielen möchte, ist die einzig rücksichtsvolle Möglichkeit das Klavier mit Filz zu versehen und mit behutsamen Fingern zu spielen. Dadurch entdeckte ich, wie schön mein Klavier gedämpft klingt.
Leise sein bei House of Wolves im rhiz!
Bei knapp 20 Grad im Dunkeln ließ sich diese Woche vor dem Konzert von House of Wolves im rhiz das wahrscheinlich letzte Freiluft-Bier des Jahres 2011 genießen. Da man eine solche Gelegenheit im Oktober nicht allzu oft bekommt, wurde diese auch von einigen Nicht-Konzertgehern, die die Schanigärten rund um das rhiz doch recht ansehnlich füllten, wahrgenommen. Die Frage aber, was einem denn bei House of Wolves erwartet, musste man als Konzertgeher mit Schulterzucken quittieren. Ganz genau einzuordnen sind House of Wolves nämlich nicht. Band oder doch Einzelperson? Männer- oder Frauenstimme? Mit solch offenen Fragen geht man dann zu Konzerten, wenn man über Bandcamp Musik wie eben jene von House of Wolves entdeckt, sich vorab aber nicht weiter darüber informiert. Umso schöner ist es dann, wenn man durchwegs positiv überrascht wird.
Ein Hohelied auf das Hohelied. The Song Of Songs als musikalisches Hörbuch von Andrew Rose Gregory
Markiert mit 2011, Bandcamp, Folk, Web 2.0
Wer hat zwischendurch nicht mal Lust auf schöne Geschichten? Geschichten voll tiefer Vertrautheit und Geborgenheit, erfüllter Sehnsucht und erwiderter Liebe!
Your Love Is Better Than Wine
I Am My Lover’s & My Lover Is Mine
If You Find My Lover, Tell Him I Am Faint With Love
So die Titel einiger Nummern auf The Song Of Songs, dem neuesten Werk des Amerikaners Andrew Rose Gregory. Die Nummern tragen ihre lyrischen Titel ebenso wenig zufällig, wie das Album seinen Namen. Andrew Rose Gregory interpretiert auf seinem Letztwerk nichts Geringeres als das Hohelied der Liebe, auch bekannt als Salomos Hohelied, dem alttestamentlichen Buch der Bibel, welches in poetischer Sprache von einer Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau erzählt. Dank Verwendung der originalen, biblischen Texte darf “The Song Of Songs” gewissermaßen als musikalisches Hörbuch gelten. Wunderbar also für Liebende und all diejenigen, die es noch werden wollen.
Knive. Alltagsmusik von Svarte Greiner
Svarte Greiner ist niemand. Nun ja, eigentlich ist er schon jemand, nämlich Erik K. Skodvin vom norwegischen Ambient-Duo Deaf Center, aber in seinem Nebenprojekt als Svarte Greiner ist Skodvin tatsächlich niemand. Bewusst. Denn auch seine Musik, in diesem Fall Knive aus dem Jahr 2006, ist nichts – musikalisch betrachtet handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Tönen und Geräuschen, verstärkt durch unterschiedliche Effekte. Und auch wenn in Ersteindrücken die Aneinanderreihung dieser Töne und Effekte ungewöhnlich, unausgeglichen klingt und sich Harmonien scheinbar vergeblich suchen, so ist “Knive” doch Alltagsmusik. Wenn auch nicht für den Alltag, dann auf jeden Fall aus dem Alltag. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet, stellt sich auch Faszination für Svarte Greiner schnell ein.
Secret Cities entführen in The Park. Ganz ohne blutigen Schnee
Markiert mit 2010, Psychedelic Pop
Aus (ja genau dem!) Fargo in North Dakota kommend, halten Secret Cities auf ihrem so nach Sommer klingenden Album Strange Hearts nach den ersten beiden Nummern inne, um uns mit “The Park” wenige Tage vor seinem offiziellen Start auch die perfekte Nummer für den Herbst zu bringen. Sie ist hymnisch, leicht abgedunkelt, macht nachdenklich. Perfekt also, um in diesen Tagen auf verregneten Fensterscheiben Wassertropfen beim Wettlaufen zuzusehen.
Im Gehege besser als in freier Wildbahn. Sleep Party People im B72
Markiert mit 2011, B72, Elektronik
Am vergangenen Dienstag beehrten Sleep Party People das B72 und somit Wien. Die Vorfreude war groß, läutete die ominöse Tiermasken-Formation aus Dänemark doch bereits in den letzten Sommertagen 2011 einen vielversprechenden Konzertherbst ein. Viel hatte man sich also erwartet, mit den besten Absichten war man gekommen, enttäuscht wurde man nicht, aber – und hier ist der Haken für all diejenigen, die einen gesucht haben – begeistert ging man nun mal auch nicht nach Hause. Eher unberührt – wie der Eindruck, den Sleep Party People selbst hinterlassen haben. Und so etwas, Unberührtheit, Gleichgültigkeit, insbesondere spürbar durch praktisch nicht vorhandene Bühnenpräsenz von Sänger Brian Batz, überträgt sich dann schnell mal auf die Zuhörer. Selbst das Potential eines gelungenen Debütalbums kann da nicht mehr helfen. Zu offensichtlich wurde, dass die als Hasen verkleideten Sleep Party People besser im Gehege, dem geschützten Bereich einer Studio-Aufnahme, als in freier Wildbahn, auf der Konzertbühne, zu überzeugen wissen.