Daniel Martin Moore und Joan Shelley. First of August im Mai
Diese Woche gab es ihn wieder: Den Moment, in dem man plötzlich innehält, weil Musik es zustande gebracht hat, zumindest für wenige Minuten alles rund um einen irgendwie nebensächlich erscheinen zu lassen. Geschafft haben das Daniel Martin Moore und Joan Shelley mit “First of August” von ihrem neuen, gemeinsamen Werk Farthest Field.
I Thought I Was an Alien. Und wir dachten es käme nie: Sokos Debut
Markiert mit 2012, Folk, French, Pop, Singer/Songwriter
Seit ihrem genauso einprägsamen wie eigenwilligen Hit I’ll Kill Her (2007) wartete man auf mehr. Mehr von der jungen Französin Stéphanie Sokolinski – auf den Bühnen dieser Welt auch besser bekannt als Soko.
Fünf Jahre hat es gedauert bis Sokos Debut-Album I Thought I Was an Alien letzten Monat dann schließlich herauskam. Das Warten hat sich gelohnt: 15 Titel und mindestens ebenso viele Geschichten. Weiterlesen →
Planetarium: Mit Sufjan Stevens, Nico Muhly und Bryce Dessner einmal quer durchs All
Markiert mit 2012, Elektronik, Folk, Live
Nachdem sich Sufjan Stevens in den vergangenen Jahren aufgrund stets wechselnder und konstant beeindruckender Musik ja quasi für jede gute Playlist unersetzbar gemacht hat, wird man nach einem Jahr wie 2011, einem Jahr ohne Neuveröffentlichung des Amerikaners, doch ein wenig nervös. Diese Nervosität durfte Anfang des Monats aber weichen und an ihre Stelle rückte zur Freude aller Vorfreude! Gemeinsam mit Nico Muhly und Bryce Dessner von The National gab Sufjan Stevens dieses Monat gleich mehrere Konzerte in europäischen Städten, auf denen jeder der drei Musiker nicht nur Auszüge des eigenen Repertoires zum Besten gaben, sondern mit Planetarium ein kollektives Werk präsentierte, welches schon jetzt, vor einer möglichen Veröffentlichung, so klingt, wie es sein Inhalt vermuten lässt: Episch!
Marshall und Vivian. Kindersegen bei Lowercase Noises
Markiert mit 2010, 2011, Ambient, Instrumental
Marshall und Vivian – zwei Alben von Lowercase Noises, die man einfach nicht getrennt voneinander betrachten kann. Das merkt man schon an den beiden Titeln, spätestens aber an den doch recht schönen Covers.
Olafur Arnalds gemeinsam mit Nils Frahm und einer Menge Improvisationen im Wiener Stadtsaal!
Markiert mit 2012, Ambient, Instrumental, Stadtsaal
Montag letzte Woche beehrte niemand Geringeres als Ólafur Arnalds Wien. Gemeinsam mit seinem deutschen Genre-Freund aus Berlin, Nils Frahm, wurde mit dem Stadtsaal in Wien eigentlich eine Theater-Location bespielt – passenderweise, denn die Musik des Isländers versteht sich oft mehr wie ein Schauspiel als ein Konzert. Nicht etwa deshalb, weil der introvertierte Arnalds sein Publikum verbal unterhält, sondern weil seine Musik selbst Geschichten erzählt und man als Zuhörer zum Nacherzählen eingeladen wird. Zumindest ist das im Normalfall so. Beim ersten Wien-Auftritt von Ólafur Arnalds nach vier Jahren verzettelte sich dieser leider gar oft in Improvisationen und vergaß so auf seine besten Geschichten.
Zachary Lucky klingt alt, ist aber eigentlich jung. Das hört man beispielsweise bei Back In The Fall
Markiert mit 2012, Folk, Singer/Songwriter, Spotify
Singer of songs, friend of the road
So beschreibt sich Zachary Lucky selbst auf seinen Profilen im Internet. Und das glaubt man dem Singer/Songwriter schnell, entspricht doch seine für uns fast unaussprechliche Heimat Saskatchewan, zugleich auch Name seines letzten Albums, genau den Stereotypen des Genres. Google Maps zeigt die kanadische Prärieprovinz als weites, fast noch unerschlossenes Land, welches nur darauf wartet, von Folk-Barden wie Zachary Lucky bewandert und besungen zu werden. Das Ergebnis dieser perfekten Rahmenbedingungen sind dann mit “Back In The Fall” Paradebeispiele des Singer/Songwriter-Genres.
Overwhelming Spotify. Einfach überwältigend!
Findet man einen Monat lang ohne die eigene, über Jahre gesammelte Musikbibliothek das Auskommen? Muss man Musik wirklich besitzen oder genügt einem Music-On-Demand? Diese Fragen haben wir uns mit Jahresanfang 2012 gestellt – als Neujahrsvorsatz quasi – und konnten diese relativ schnell mit einem “Ja!” beantworten. Nutznießer dieses Selbst-Tests war der seit Ende 2011 neu in Österreich zugängliche Musik-Streaming-Dienst Spotify, der mit uns um einen Premium-Account reicher geworden ist. Und weil uns Spotify derart begeistert, sind wir auch nicht müde geworden, über den Musik-Streaming-Dienst zu schwärmen und zu werben. Aber nichts desto trotz gibt es auch ein entscheidendes Manko. Das hat aber nur indirekt mit Spotify zu tun.
Ivan Colon und Distance hätten wirklich perfekt zu Eternal Sunshine Of The Spotless Mind gepasst
Markiert mit 2008, Folk, Spotify
Paola Brugiatti Goyez stellt gerne Lieder auf YouTube und hinterlegt diese mit Musik. Unter dem Nutzernamen paola2185 machte sie das zuletzt im Sommer 2011 und wahrscheinlich war es damals einfach nur Zufall, dass sie zu Ivan Colóns Nummer “Distance” als bildliche Untermalung ausgerechnet Eternal Sunshine Of The Spotless Mind wählte. Das amerikanische Drama von Michel Gondry aus dem Jahr 2004 mit Jim Carrey und Kate Winslet in den Hauptrollen könnte nämlich nicht besser zur ruhigen, einfühlsamen Nummer des Amerikaners Ivan Colón passen – und umgekehrt könnte Ivan Colón auch nicht besser zu Eternal Sunshine Of The Spottes Mind passen.
12 Kapitel, 36 Einträge. Im Yearbook von Sleeping At Last!
Die Zeit von Oktober 2010 bis September 2011 war wohl eine besondere Zeit für Sleeping At Last. Innerhalb eines Jahres veröffentlichten die Amerikaner aus Wheaton, Illinois nicht weniger als zwölf EPs mit je drei neuen Songs – Monat für Monat also eine neue EP, betitelt mit dem entsprechenden Monatsnamen. Ende 2011 durfte man sich als Hörer dann über das gesammelte Werk freuen: Das Yearbook!
Ghosts I’ve Met. Blackwoods. Fragil
Cigarettes in the rain,
it’s a long life anyway,
it’s a long life anyway.
Im Regen stehen und stehen bleiben. Sinnbild des Alleinseins. Müde werden und müde bleiben. Müde sein wollen. Genügsam – würde man meinen. Zustandslos – meint man. Sinnbild vieler Gegenwarten.
The Walkabouts in der Szene: Weder richtig schlecht noch wirklich gut
Markiert mit 2011, Rock, Szene
In unserer Reflexion über das ungemein feinfühlige Album Train Leaves At Eight haben wir ja bereits geschrieben, dass die Musik der Walkabouts seither und insbesondere in den letzten Jahren wieder eine zunehmend rockigere Tonart eingeschlagen hat und vermutet, dass uns das auch beim Konzert in der Wiener Szene erwarten würde. Wir sollten Recht behalten. Und das war dann weder richtig schlecht noch wirklich gut.
Train Leaves At Eight. The Walkabouts auf Europa-Tour
Markiert mit 2000, Europa, Folk, Szene
The Walkabouts auf Europa-Tour – etwas, was zugleich Gültigkeit in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart hat. Über beide Zeiten dürfen wir uns freuen! Einerseits dank des nur aus Cover-Versionen von Liedern kontinentaleuropäischer Künstler bestehenden Albums Train Leaves At Eight, welches auch heute, zwölf Jahre nach seiner Veröffentlichung, immer noch zu den besten Werken der amerikanischen Band aus Seattle zählt, andererseits dank der tatsächlich gerade stattfindenden Europa-Tour von Chris Eckmann, Carla Torgerson und Co. Und diese Tour bringt The Walkabouts morgen endlich auch wieder mal nach Wien.
Auf wen und auf was wir 2011 vergessen haben: Bon Iver!
Markiert mit 2011, Singer/Songwriter
Wenn man seine Alben und Songs des Jahres noch vor Weihnachten auswählt, dann sollte man danach besser keine Alben mehr aus diesem Jahr hören. Unter Umständen kann es dann nämlich vorkommen, dass einem Musik, die man in den Tagen bis Neujahr hört, ungemein begeistert und man sich wünschen würde, man hätte sie in der Auflistung der besten Alben oder Songs berücksichtigt. Genau das ist uns zuletzt mit einem Album passiert, welches uns zu Weihnachten zwar schon bekannt, aber eben noch nicht vertraut war: Bon Iver von Bon Iver!
Die besten Songs aus 2011
Markiert mit 2011
Neben den besten Alben ließen sich beim diesjährigen “Top of the Blogs” erstmals auch Lieblinge in anderen Kategorien einreichen, darunter auch Songs – eine Gelegenheit, die unsererseits nicht verpasst werden wollte.
Die besten Alben aus 2011
Markiert mit 2011
Martin vom Musik-Blog KORN & SPRITE lädt alle deutschsprachigen Musik-Blogs mit Jahresende zum Revue passieren ein. Es soll eine Blogger-Hitparade der besten Alben dieses Jahres, die “Top of the Blogs 2011″, erstellt werden. So wie 2010 darf auch dieses Jahr the death cat natürlich nicht fehlen. In den letzten Tagen wurden darum sorgfältigst die besten Alben des Jahres ausgewählt.
Wenn Sufjan Stevens Silent Night neu interpretiert, dann jaulen zum 3. Advent sogar die Engel!
Markiert mit 2010, Folk, Weihnachten
Es war wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, als vor einem Jahr eine neue, wenn auch bis heute inoffizielle Songs for Christmas Volume von Sufjan Stevens in der Blogosphäre auftauchte. Wenige Tage vor Weihnachten wurde mit Volume 6 endlich ein weiterer Missing Link zwischen den als CD-Box veröffentlichten Volumes 1 bis 5 und der EP Volume 8 entdeckt. Und das war so schön, dass gleich zu Beginn der EP die Engel im Weihnachtsklassiker “Silent Night” vor Freude jaulten. Gloria!
For Folk’s Sake It’s Christmas! Oder zumindest schon 2. Advent
Markiert mit 2011, Folk, Weihnachten
Es weihnachtet, ob man es will oder nicht – und darum muss nun einfach mal gesagt werden: For Folk’s Sake It’s Christmas! Mit diesem Wortspiel verwöhnt die britische, der dortigen Folk-Szene verschriebene Website For Folk’s Sake zum zweiten Mal nach 2011 seine Hörerschaft mit einer Selektion aus bekannten klassischen und weniger bekannten, da neueren Weihnachtsliedern. Fast zwangsläufig klingt dieses Zusammenspiel dann zwar nicht immer ganz nach Weihnachten, aber zweifelsohne einfach gut. Was nur wenig Weihnachtsmusik erreicht, darf man “It’s Christmas 2011″ darum schon jetzt im Dezember zutrauen: Die Wahrscheinlichkeit, auch im Frühling noch gespielt zu werden.
1. Advent: Zu spät, aber hoffentlich noch rechtzeitig mit Rosie Thomas, Why Can’t It Be Christmastime All Year und Schwung in den Advent 2011
Markiert mit 2008, Pop, Weihnachten
Wie auch 2010 wollen wir auch dieses Jahr Weihnachten wieder mit der passenden Musik an den Adventsonntagen einläuten. Der frühe erste Advent im November hat uns diese Tage selbst überrascht, weshalb wir die erste musikalische Empfehlung am heutigen ersten Dezembertag zwar verspätet, aber hoffentlich immer noch rechtzeitig aussprechen: Mit dem beschwingtem “Why Can’t It Be Christmastime All Year” von Rosie Thomas!
Sweetest Thing von The Rifles. Weil wir gute Laune brauchen!
Markiert mit 2011, Rock, Songs ohne Strophen
Rein textlich betrachtet handelt es sich bei “Sweetest Thing” von The Rifles um keine Offenbarung. So macht es wohl nicht von ungefähr den Eindruck, dass die englische Indie Rock-Band aus London angesichts des bestechend eingängigen, positiven Refrains die zweite Strophe von “Sweetest Thing” auf das Allernotwendigste, nämlich nur einen Satz reduzierte. Dank des Refrains wirken textliche Schwächen nämlich höchstens zweitrangig und ist “Sweetest Thing” mit einen Schlag erhoben zur Aufnahme in den erlesenen Kreis der Songs, die keine Strophen brauchen.
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Umgekehrte Platzangst bei Balmorhea im B72
“Wie passt eine siebenköpfige Band auf die Bühne des Wiener B72?”. Das war eine der großen Fragen vor dem Konzert von Balmorhea am vergangenen Mittwoch im Wiener Gürtellokal. Beantwortet wurde diese zum einen von Balmorhea selbst. Die Truppe reiste nur zu sechst aus Austin, Texas an. Zum anderen gab der vergrößerte Bühnenbereich des B72 Antwort. Durch diesen hatten alle Musiker mitsamt Instrumenten wie Violine, Cello, Kontrabass, gefühlten zehn Gitarren, Keyboard, Schlagzeug und Vibraphon mehr Platz. Dass es – ganz im Gegensatz zum Zuschauerbereich – auf der Bühne des B72 aber immer noch eng war, verwunderte angesichts der Instrumentenvielfalt nicht, lag aber auch am Variantenreichtum, mit dem Balmorhea musizierte. Die Musiker wechselten nämlich nicht nur einmal Instrumente oder tauschten diese ganz aus. Und so vermisste man auch nach einer knappen Stunde Konzertgenuss das oftmals wichtigste Instrument nicht weiter: eine Stimme.