Spät, aber doch: Die besten Songs aus 2012
Markiert mit 2012
Der Umzugsstress ist schuld daran, dass die Auflistung der besten Alben und Songs aus 2012 etwas länger auf sich haben warten lassen. Mit einigen Tagen Verspätung ist es nun aber endlich soweit … hier die 10 besten Songs auf 2012!
Die besten Alben aus 2012
Markiert mit 2012
Alle Jahre wieder – und so auch heuer: Eine Auflistung der besten Alben des Jahres 2012. Die Spielregeln bei der Auswahl waren dabei gleich wie in den Jahren zuvor. Die Top 10 wurden objektiv anhand von last.fm-Scrobbles gemessen, wodurch die Auswahl nicht nur subjektiv und aus einem momentanen Gefühl heraus erfolgte. Selbst Alben, die zu Jahresbeginn begeisterten, gerieten somit bei der Auswahl nicht in Vergessenheit. Stichtag für das Zählen der last.fm-Scrobbles war dabei der 1. Jänner 2013, 16:00 Uhr. Und das kam 2012 bei uns heraus …
Umzugsmusik: Michael Ketterer und Love/War/Solar System
Markiert mit 2011, Elektronik, Pop, Rock
Während eines Umzugs kann der eigene Musikgeschmack schon mal auf den Kopf gestellt werden. Zumindest ein bisschen. Denn nach dem Packen der sechzigsten Umzugskiste, dem wiederholten Schichten dieser in mannshohe Stapel, dem Zerlegen einer Vielzahl an Möbel und der notwendigen Organisation zwischen all diesen Dingen, braucht man schon Musik, die einem auch nach Tagen des gleichen Prozedere noch Kraft, Motivation und Ausdauer gibt. Einer freundlichen last.fm-Recommendation sei Dank, dass man auf Spotify bei Michael Ketterer hängen geblieben ist. Und somit nicht beim Umzug.
Jon Brion und seine regelmäßigen Geniestreiche im Hintergrund. Diesmal: Norman’s Walk!
Markiert mit 2012, Soundtrack
Jon Brion schreibt keine Hits. Zumindest nicht für sich selbst und genau deshalb kennt man Jon Brion zwangsläufig auch nicht. Jon Brion kennt man dann, wenn man gerne die Musik amerikanischer Independent Musiker wie Fiona Apple, Rufus Wainwright oder Evan Dando, die Brion produzierte, hört oder gerne ins Kino geht. Gerade da erlebte der amerikanische Multi-Instrumentalist als Komponist zahlreicher Soundtracks vor allem im letzten Jahrzehnt eine gewisse Hochzeit, zeichnete er doch gleich für die Musik mehrerer erfolgreicher kleinerer Streifen verantwortlich. So entstammten seiner Feder u.a. Magnolia (1999), Punch-Drunk Love (2002), Eternal Sunshine of the Spotless Mind (2004), I ♥ Huckabees (2004), The Break-Up (2006) sowie Synecdoche, New York (2008). Dabei immer wieder zu erkennen: Brion’s wunderbarer musikalischer Mix aus sanften Rhythmen, einfachen Streichern, eingängigen Melodien und markanten Harmonien – und manchmal auch Disharmonien.
Es ist wirklich genau das, was uns zu Weihnachten noch gefehlt hat: Ein Christmas Unicorn! Danke Sufjan Stevens!
Markiert mit 2012, Folk, Weihnachten
Würde es nicht ohnehin anlässlich des Weihnachtsfestes sein, man wäre verleitet zu sagen, “es ist wie Weihnachten”. Sufjan Stevens beschert uns nach 2006 ein weiteres mal mit einer musikalischen Weihnachtsbox und diese macht anno 2012 nicht den Anschein, als würde sie hinsichtlich Idee, Umsetzung und Aufmachung (Stichwort: Tattoos) ihrer Vorgängerin Songs for Christmas nachstehen. Ganz im Gegenteil. Sie wird vom aktuellen Schaffensuniversums unseres liebsten Amerikaners genau um jene Fabeln, Mythen und Wesen angereichert, die dieser wohl in der jüngeren Vergangenheit bei seinen galaktischen Rundreisen durchs Planetarium und in Form von The Age Of Adz im Mikrokosmos eines Royal Robertson erlebt hat. Was dabei herauskommt? Ein Christmas Unicorn! Das liegt schließlich in der Natur der Sache.
Sam Billen macht Musik. Gute Musik. Places zum Beispiel
Es ist eigentlich kaum vorstellbar, dass sich Sam Billen mit seinem neuen Album Places nicht selbst überrascht hat. Als Hörer ist man es nämlich: Überrascht. Super-überrascht gewissermaßen, denn Sam Billen gelingt mit seinem Letztwerk eine derart gelungene Stilwandlung, wie man sie nur selten erlebt. Aus dem eher rauhen Folk-Barden, der über Kickstarter schon mal Geld für ein Weihnachtsalbum gesammelt hat, wurde ein Künstler, dessen filigrane Kompositionen ihren Vorbildern von Bon Iver und Dear Reader um nichts nachstehen.
Endlich bei Johann Johannsson angekommen. Und das ausgerechnet in Kopenhagen!
Markiert mit 2012, Ambient, Instrumental
Es hat lange gedauert, um einen Zugang zu Jóhann Jóhannsson zu finden. Nämlich mehr als 300 last.fm-Scrobbles um genau zu sein. Geholfen hat dabei letztens Endes sein neues Album, der Soundtrack zum Film Copenhagen Dreams. Zwar war und ist auch schon sein Soundtrack von 2011, The Miner’s Hymns, hörenswert, aber erst mit “Copenhagen Dreams” knüpft Jóhannsson genau dort an, womit er 2010 mit seinem Album And In The Endless Pause There Came The Sound Of Bees schon mal angeklopft hat – an kurze, markante, dadurch einprägsame Kompositionen, deren Charakteristik stellvertretend für seine gesamte Musik ist: Elegant, eindringlich und “positiv melancholisch”.
Kann man Sigur Ros covern? Manuok kann!
Markiert mit 2010, Ambient, Cover, Folk
Möchte man als Künstler eine Nummer covern, so würde die Wahl vieler wohl lange nicht auf eine Nummer der isländischen Ambient-Popper von Sigur Rós fallen. Minutenlanger isländischer, manchmal gar fiktiver Gesang und eine ausgefallenen Instrumentierung machen die Vorlage nämlich nicht unbedingt leicht zugänglich. Der Amerikaner Scott Mercado aka Manuok hat sich ein Sigur Rós-Cover aber dennoch zur Aufgabe gemacht. Und das erfolgreich wie wir meinen!
Bitte nur kein ordentliches Studioalbum produzieren, Noah Gundersen. Family passt so wie es ist
Markiert mit 2011, Folk, Singer/Songwriter
Noah Gundersen macht Musik bisher nur im Kleinformat – und zwar in Form einfach eingespielter EPs wie “Family”. Unterstützt wird er dabei nur von Schwester Abby, die mit Violine und Hintergrundgesang einen Kontrastpunkt (beziehungsweise eine Vielzahl an Kontrastpunkten) zu Noahs eigenem Gesang und seinem Gitarrenspiel setzt. Das funktioniert gut. Sehr gut sogar. Nämlich auf die eindringlichste aller Arten.
Ruins. Mit Portico Quartet ins Weite blicken
Markiert mit Contemporary Jazz, Instrumental, Jazz
Irgendwo zwischen (Modern/Contemporary) Jazz, Instrumental, Post-Rock und Minimalism, irgendwo zwischen dieser und jener Musikrichtung, da findet sich das Portico Quartet aus Großbritannien. Viel interessanter aber als die Musikrichtungen, aus denen die vier Musiker schöpfen, ist die Musik, die sie tatsächlich machen, denn nur darum geht es schließlich. Weiterlesen →
Sich in Lose It von Austra selbst verlieren
2012 hat ihn endlich: Jenen kraftvollen, mitreißenden Song, den man normalerweise im selben Jahr kein zweites Mal mehr findet. Er kommt von Austra und heißt “Lose It”. Und man kann sich wahrhaft in ihn verlieren.
Reinvent, Remember, Replay. Jars Of Clay erinnern sich an sich selbst
Der Name der Jars Of Clay-EP lässt doch ziemlich genau auf ihren Inhalt schließen und mag auf den ersten Blick nicht sonderlich einfallsreich klingen. Ebenso ihr Cover. Es wirkt mit seinem einfachen Motiv und seiner kindlichen Farbwahl bestenfalls kurzfristig entstanden. Das verwundert insbesondere deshalb, weil Reinvent, Remember, Replay selbst alles hat, was dem Cover fehlt: Einfallsreichtum, Kreativität, Besonderheit. Und all das, obwohl es sich nur um Coverversionen eigener Songs handelt.
Warum wird ein Lied wie Drifters von Bright Moments eigentlich nie langweilig?
Viel passiert in den viereinhalb Minuten von “Drifters” eigentlich nicht. Bläser setzen ein, Bläser gestalten die Break, Bläser lassen “Drifters” ausklingen. OK, es sind ziemlich schöne Bläser. Posaunen und Trompeten. Rund um sie lauscht man Zeilen von Kelly Pratt aka Bright Moments. Sie bringen die Bedeutung von “Drifters” zum Ausdruck. Mit diesen Worten zum Beispiel:
Is it Tuesday or Saturday today? We will always be drifting with the tide again
Eine Nummer also, die einfach, aber genau in dieser Einfachheit großartig gemacht ist und immer wieder neu fasziniert. Ganz ohne Langeweile.
Das dritte Etwas? Geschichtenerzähler im Wiener Replugged
Hätte es am vergangenen Sonntagabend jemanden zufällig ins Wiener Replugged in die Lerchenfelder Straße verschlagen, so wäre dieser jemand Zeuge der ungemein interessanten Formation Das dritte Etwas geworden. Da der Zufall an diesem Abend aber eine eher untergeordnete Rolle spielte, blieben Überraschungsgäste weitgehend aus. Das Replugged funktioniert schließlich mehr als anzumietende als eigenständige und sich selbst vermarktende Event-Location. Schade eigentlich. Besonders für den Jemand, denn der hat etwas verpasst.
Daniel Martin Moore und Joan Shelley. First of August im Mai
Diese Woche gab es ihn wieder: Den Moment, in dem man plötzlich innehält, weil Musik es zustande gebracht hat, zumindest für wenige Minuten alles rund um einen irgendwie nebensächlich erscheinen zu lassen. Geschafft haben das Daniel Martin Moore und Joan Shelley mit “First of August” von ihrem neuen, gemeinsamen Werk Farthest Field.
I Thought I Was an Alien. Und wir dachten es käme nie: Sokos Debut
Markiert mit 2012, Folk, French, Pop, Singer/Songwriter
Seit ihrem genauso einprägsamen wie eigenwilligen Hit I’ll Kill Her (2007) wartete man auf mehr. Mehr von der jungen Französin Stéphanie Sokolinski – auf den Bühnen dieser Welt auch besser bekannt als Soko.
Fünf Jahre hat es gedauert bis Sokos Debut-Album I Thought I Was an Alien letzten Monat dann schließlich herauskam. Das Warten hat sich gelohnt: 15 Titel und mindestens ebenso viele Geschichten. Weiterlesen →
Planetarium: Mit Sufjan Stevens, Nico Muhly und Bryce Dessner einmal quer durchs All
Markiert mit 2012, Elektronik, Folk, Live
Nachdem sich Sufjan Stevens in den vergangenen Jahren aufgrund stets wechselnder und konstant beeindruckender Musik ja quasi für jede gute Playlist unersetzbar gemacht hat, wird man nach einem Jahr wie 2011, einem Jahr ohne Neuveröffentlichung des Amerikaners, doch ein wenig nervös. Diese Nervosität durfte Anfang des Monats aber weichen und an ihre Stelle rückte zur Freude aller Vorfreude! Gemeinsam mit Nico Muhly und Bryce Dessner von The National gab Sufjan Stevens dieses Monat gleich mehrere Konzerte in europäischen Städten, auf denen jeder der drei Musiker nicht nur Auszüge des eigenen Repertoires zum Besten gaben, sondern mit Planetarium ein kollektives Werk präsentierte, welches schon jetzt, vor einer möglichen Veröffentlichung, so klingt, wie es sein Inhalt vermuten lässt: Episch!
Marshall und Vivian. Kindersegen bei Lowercase Noises
Markiert mit 2010, 2011, Ambient, Instrumental
Marshall und Vivian – zwei Alben von Lowercase Noises, die man einfach nicht getrennt voneinander betrachten kann. Das merkt man schon an den beiden Titeln, spätestens aber an den doch recht schönen Covers.
Olafur Arnalds gemeinsam mit Nils Frahm und einer Menge Improvisationen im Wiener Stadtsaal!
Markiert mit 2012, Ambient, Instrumental, Stadtsaal
Montag letzte Woche beehrte niemand Geringeres als Ólafur Arnalds Wien. Gemeinsam mit seinem deutschen Genre-Freund aus Berlin, Nils Frahm, wurde mit dem Stadtsaal in Wien eigentlich eine Theater-Location bespielt – passenderweise, denn die Musik des Isländers versteht sich oft mehr wie ein Schauspiel als ein Konzert. Nicht etwa deshalb, weil der introvertierte Arnalds sein Publikum verbal unterhält, sondern weil seine Musik selbst Geschichten erzählt und man als Zuhörer zum Nacherzählen eingeladen wird. Zumindest ist das im Normalfall so. Beim ersten Wien-Auftritt von Ólafur Arnalds nach vier Jahren verzettelte sich dieser leider gar oft in Improvisationen und vergaß so auf seine besten Geschichten.
Zachary Lucky klingt alt, ist aber eigentlich jung. Das hört man beispielsweise bei Back In The Fall
Markiert mit 2012, Folk, Singer/Songwriter, Spotify
Singer of songs, friend of the road
So beschreibt sich Zachary Lucky selbst auf seinen Profilen im Internet. Und das glaubt man dem Singer/Songwriter schnell, entspricht doch seine für uns fast unaussprechliche Heimat Saskatchewan, zugleich auch Name seines letzten Albums, genau den Stereotypen des Genres. Google Maps zeigt die kanadische Prärieprovinz als weites, fast noch unerschlossenes Land, welches nur darauf wartet, von Folk-Barden wie Zachary Lucky bewandert und besungen zu werden. Das Ergebnis dieser perfekten Rahmenbedingungen sind dann mit “Back In The Fall” Paradebeispiele des Singer/Songwriter-Genres.