Unterkühlt & Analog – “Minimal/Cold Wave” in Wien
Markiert mit 2011, Coldwave, Minimal, Wien
Das ein musikalisches Schubladendenken eher hinderlich ist, wird den meisten Menschen schon bei der Antwort auf die meist nebensächliche Frage nach der “Lieblings-Musikrichtung” klar. Der Versuch in dem Moment mit Bandnamen um sich zu werfen ist auch nur dann erfolgreich, wenn der Gegenüber die gleiche oder zumindest ähnliche musikalische “Grund-Ausbildung” hat, wie man selbst. Andererseits greift man dann zurück auf fast mathematische Formeln und Vergleiche, wie “klingt wie x mit y vor z Jahren, nur besser”. Und von den Menschen, die mit Genre Obergriffen, wie “Rock” oder “Gothic” (sic!) um sich werfen, will man meist sowieso keine näheren Informationen zu (musikalischen) Vorlieben haben.
“the love song and how to write one” by Nick Cave
Markiert mit 2001, Piano, Wien
Im September 1998 hielt Nick Cave an der Wiener Schule für Dichtung einen Kurs mit dem Titel “The love song and how to write one”.
Kein Musiker wäre wahrscheinlich besser geeignet, als Nick Cave, zu erklären, was einen “Love Song” ausmacht, warum alle Liebeslieder traurig sind und an wen oder was man seine Zeilen richtet.
Synth-Punk in Wien & Handsome Furs im B72
“it’s sweet to be back, sweet like zucker”
sagt Dan Boeckner am 17. Dezember im B72 und läßt seine E-Gitarre schreien, während seine Frau, Alexei Perry, in die Tasten des Synthesizers haut.
Stille & Goldmund: The Malady of Elegance
Gerechter wäre es, nichts zu schreiben. Nicht, weil es nichts zu sagen gäbe, über diese Platte, über die Musik, sondern weil nichts zu sagen heissen würde, nicht von der Musik ablenken zu wollen; die Abwesenheit von Worten genug Raum lassen würde, für jede Note, die er spielt oder nicht spielt, für den Raum den er lässt zwischen den Anschlägen, mal lauter meist leiser, Oktaven, die er überspringt, nicht ahnend welchen Ton er als nächstes trifft. Und plötzlich aufeinanderfolgend eine Dissonanz und dann eine kleine Melodie, aber nicht zuviel, niemals vorhersehbar.
Platon in einer Glam-Rock Oper
Markiert mit Music&Books, Musical
“The original human nature was not like the present, but different. The sexes were not two as they are now, but originally three in number; there was man, woman, and the union of the two, of which the name survives but nothing else.” schrieb Platon 380 Jahre vor Christus über die Entstehung der Geschlechter, die Eifersucht der Götter über die Einigkeit der Menschen und die Entstehung der Liebe.
this is my last goodbye
Markiert mit 2010
Die Entdeckung neuer Musik ist meist schwierig, Musik die hängenbleibt nach den ersten paar Sekunden, wenn man durch Zufall den falschen Knopf am Radiowecker erwischt und ohne Vorwarnung auf FM4 landet, dem “Mute” Reflex sofort ein Gedanke folgend: was zur Hölle war das ..
Eine Frauenstimme, verzerrt durch viel Hall, schreit zu einem minimalistischen Drum Computer und getragenen Synthesizern “Who’s going to love you like do“, verzweifelt monoton. Im Kopf läuft die übliche Routine ab: Die Stimme bekannt, die Musik klingt als stamme sie aus einem Synthesizer Anfang der 80er, Weltschmerz, Verzweiflung, Minimalismus .. kurz, nichts was man üblicherweise auf FM4 oder allgemein im Radio hören würde.