I Thought I Was an Alien. Und wir dachten es käme nie: Sokos Debut
Markiert mit 2012, Folk, French, Pop, Singer/Songwriter
Seit ihrem genauso einprägsamen wie eigenwilligen Hit I’ll Kill Her (2007) wartete man auf mehr. Mehr von der jungen Französin Stéphanie Sokolinski – auf den Bühnen dieser Welt auch besser bekannt als Soko.
Fünf Jahre hat es gedauert bis Sokos Debut-Album I Thought I Was an Alien letzten Monat dann schließlich herauskam. Das Warten hat sich gelohnt: 15 Titel und mindestens ebenso viele Geschichten. Weiterlesen →
Marshall und Vivian. Kindersegen bei Lowercase Noises
Markiert mit 2010, 2011, Ambient, Instrumental
Marshall und Vivian – zwei Alben von Lowercase Noises, die man einfach nicht getrennt voneinander betrachten kann. Das merkt man schon an den beiden Titeln, spätestens aber an den doch recht schönen Covers.
12 Kapitel, 36 Einträge. Im Yearbook von Sleeping At Last!
Die Zeit von Oktober 2010 bis September 2011 war wohl eine besondere Zeit für Sleeping At Last. Innerhalb eines Jahres veröffentlichten die Amerikaner aus Wheaton, Illinois nicht weniger als zwölf EPs mit je drei neuen Songs – Monat für Monat also eine neue EP, betitelt mit dem entsprechenden Monatsnamen. Ende 2011 durfte man sich als Hörer dann über das gesammelte Werk freuen: Das Yearbook!
Train Leaves At Eight. The Walkabouts auf Europa-Tour
Markiert mit 2000, Europa, Folk, Szene
The Walkabouts auf Europa-Tour – etwas, was zugleich Gültigkeit in der Vergangenheit, wie auch in der Gegenwart hat. Über beide Zeiten dürfen wir uns freuen! Einerseits dank des nur aus Cover-Versionen von Liedern kontinentaleuropäischer Künstler bestehenden Albums Train Leaves At Eight, welches auch heute, zwölf Jahre nach seiner Veröffentlichung, immer noch zu den besten Werken der amerikanischen Band aus Seattle zählt, andererseits dank der tatsächlich gerade stattfindenden Europa-Tour von Chris Eckmann, Carla Torgerson und Co. Und diese Tour bringt The Walkabouts morgen endlich auch wieder mal nach Wien.
Auf wen und auf was wir 2011 vergessen haben: Bon Iver!
Markiert mit 2011, Singer/Songwriter
Wenn man seine Alben und Songs des Jahres noch vor Weihnachten auswählt, dann sollte man danach besser keine Alben mehr aus diesem Jahr hören. Unter Umständen kann es dann nämlich vorkommen, dass einem Musik, die man in den Tagen bis Neujahr hört, ungemein begeistert und man sich wünschen würde, man hätte sie in der Auflistung der besten Alben oder Songs berücksichtigt. Genau das ist uns zuletzt mit einem Album passiert, welches uns zu Weihnachten zwar schon bekannt, aber eben noch nicht vertraut war: Bon Iver von Bon Iver!
For Folk’s Sake It’s Christmas! Oder zumindest schon 2. Advent
Markiert mit 2011, Folk, Weihnachten
Es weihnachtet, ob man es will oder nicht – und darum muss nun einfach mal gesagt werden: For Folk’s Sake It’s Christmas! Mit diesem Wortspiel verwöhnt die britische, der dortigen Folk-Szene verschriebene Website For Folk’s Sake zum zweiten Mal nach 2011 seine Hörerschaft mit einer Selektion aus bekannten klassischen und weniger bekannten, da neueren Weihnachtsliedern. Fast zwangsläufig klingt dieses Zusammenspiel dann zwar nicht immer ganz nach Weihnachten, aber zweifelsohne einfach gut. Was nur wenig Weihnachtsmusik erreicht, darf man “It’s Christmas 2011″ darum schon jetzt im Dezember zutrauen: Die Wahrscheinlichkeit, auch im Frühling noch gespielt zu werden.
Die beste Zeit für Grown Unknown von Lia Ices? Genau jetzt!
Markiert mit 2011, Chamber Pop
Rot, Orange, immer noch Grün, Braun, Wärme, Nässe, Sonne, Kälte, Wind durch Bäume, Wind durch Laub. Die Faszination dieser Tage ist ihre Vielschichtigkeit – es herbstet und alleine offene Augen genügen, um wunderbare Vielfalt selbst dann zu sehen, wenn die Natur um uns langsam einschläft. Und dieses Dämmern scheint genau die richtige Zeit für die Entfaltung von Grown Unknown, dem musikalischen Ankommen von Lia Ices in unsere Welt zu sein. Zwar ist “Grown Unknown” auch im Frühling, Sommer und Winter wunderbar zu hören, aber in keine Jahreszeit passt das Debütalbum von Lia Ices wohl besser als in den Herbst.
Time Travel. Einmal Alessi’s Ark und zurück
Markiert mit 2011, Folk, Pop, Singer/Songwriter
28 1/2 Minuten. 12 Lieder. Und die meisten davon nicht länger als 2 1/2 Minuten. Das ist Alessi’s Arks neues Album “Time Travel” in Zahlen, zumindest so ungefähr. Was jedoch viel wichtiger zu wissen ist: Diese Zeitreise ist nicht nur recht kurz, sondern vor allem ziemlich kurzweilig.
Es scheint so, als bräuchte Alessi Laurent-Marke fast gar nichts, um ihre Zuhörer in ihre kleine, feine Klangwelt zu entführen. Eins vor allem nicht: Zeit. Und damit muss man sich auf “Time Travel” abfinden. Intros oder Outros sind eher spärlich vorhanden und es kommt schon mal vor, dass ein Lied vorbei ist, ehe man sich die Melodie noch hätte merken können.
Ein Hohelied auf das Hohelied. The Song Of Songs als musikalisches Hörbuch von Andrew Rose Gregory
Markiert mit 2011, Bandcamp, Folk, Web 2.0
Wer hat zwischendurch nicht mal Lust auf schöne Geschichten? Geschichten voll tiefer Vertrautheit und Geborgenheit, erfüllter Sehnsucht und erwiderter Liebe!
Your Love Is Better Than Wine
I Am My Lover’s & My Lover Is Mine
If You Find My Lover, Tell Him I Am Faint With Love
So die Titel einiger Nummern auf The Song Of Songs, dem neuesten Werk des Amerikaners Andrew Rose Gregory. Die Nummern tragen ihre lyrischen Titel ebenso wenig zufällig, wie das Album seinen Namen. Andrew Rose Gregory interpretiert auf seinem Letztwerk nichts Geringeres als das Hohelied der Liebe, auch bekannt als Salomos Hohelied, dem alttestamentlichen Buch der Bibel, welches in poetischer Sprache von einer Liebesbeziehung zwischen Mann und Frau erzählt. Dank Verwendung der originalen, biblischen Texte darf “The Song Of Songs” gewissermaßen als musikalisches Hörbuch gelten. Wunderbar also für Liebende und all diejenigen, die es noch werden wollen.
Knive. Alltagsmusik von Svarte Greiner
Svarte Greiner ist niemand. Nun ja, eigentlich ist er schon jemand, nämlich Erik K. Skodvin vom norwegischen Ambient-Duo Deaf Center, aber in seinem Nebenprojekt als Svarte Greiner ist Skodvin tatsächlich niemand. Bewusst. Denn auch seine Musik, in diesem Fall Knive aus dem Jahr 2006, ist nichts – musikalisch betrachtet handelt es sich um eine Aneinanderreihung von Tönen und Geräuschen, verstärkt durch unterschiedliche Effekte. Und auch wenn in Ersteindrücken die Aneinanderreihung dieser Töne und Effekte ungewöhnlich, unausgeglichen klingt und sich Harmonien scheinbar vergeblich suchen, so ist “Knive” doch Alltagsmusik. Wenn auch nicht für den Alltag, dann auf jeden Fall aus dem Alltag. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet, stellt sich auch Faszination für Svarte Greiner schnell ein.
October’s Road von Balto. Gut, aber um neun Nummern zu lang
Markiert mit 2011, Bandcamp, Country, Folk
Es verhält sich oft sehr ähnlich, wenn auf Alben einzelne Nummern derart herausstechen, wie “The Railyard” auf October’s Road von Balto: Man verfällt dieser einen Nummer, hört diese – wie man gerne sagt – “rauf und runter” und läuft dabei in Gefahr, nur mit dieser ein ganzes Album, einen ganzen Künstler gar zu verbinden. Ein gutes Beispiel sind hierfür wohl die Amerikaner von Fleet Foxes, die man in ihren Anfängen fast ausschließlich aufgrund der Nummer “Mykonos” von der EP Sun Giant kannte. Auch bei “October’s Road”, dem Debütalbum von Balto, kann es einem schnell ähnlich ergehen, denn “The Railyard” dominiert als Opener die ersten Minuten derart, dass alle weiteren Minuten fast zwangsläufig nur noch enttäuschen oder zumindest – etwas dezenter formuliert – weniger begeistern können. Aber ist “October’s Road” berechtigterweise ein Album, welches sich auf “The Railyard” reduzieren lässt?
Mit Space Eagle immer noch im Kassettendeck. Alaska in Winter!
Markiert mit 2010, Elektronik, Retro
Brandon Bethancourt ist einer der besonders außergewöhnlichen Musiker der jüngeren Vergangenheit. Einerseits kommt er für seine Musik zu einem Großteil mit elektronischen Instrumenten aus und genügt sich dadurch – bandtechnisch gesehen – selbst. Andererseits braucht er, um unter dem Pseudonym Alaska in Winter seine Musik zu vertreiben, nichts weiter als ein paar gute Ideen und das Internet. Eine von diesen guten Ideen war im vergangenen Jahr Nostalgie, hat der Amerikaner sein Letztwerk Space Eagle doch tatsächlich auf Kassette veröffentlicht! Mit Erfolg, denn zumindest aus unserem Kassettendeck ist das Album seither nicht mehr weg- bzw. rauszudenken. Und das nicht nur deshalb, weil wir sonst keine Kassetten mehr haben.
Haben wir mit Lustre wieder mehr Lust auf Ed Harcourt bekommen?
Markiert mit 2010, Pop, Singer/Songwriter
Es fühlt sich fast so an, als sei es schon ewig her, als Ed Harcourt mit seinen ersten beiden Alben für Aufsehen unter allen Liebhabern klavierlastiger und hinsichtlich ihrer Texte ausgeklügelter Balladen sorgte. Heute sind darum Nummern wie “Those Crimson Tears” vom Debütalbum Here Be Monsters oder Sister Renee vom Nachfolger From Every Sphere, die aufgrund ihrer Unberührtheit stets ausstrahlten, als wären sie erst vor wenigen Minuten eingespielt worden, fast schon legendär. Spätestens 2004 schien Harcourt nämlich einen gewissen Stilwechsel zu besiegeln. Auf dem Album Strangers, welches in diesem Jahr veröffentlicht wurde, standen vermehrt durcharrangierte Pop-Nummern im Vordergrund, die Klavierlast suchte man vergebens. Fast wirkte es so, als wollte sich Harcourt bewusst der eigenen Stärken berauben. Wie verhält es sich aber nun auf seinem neuen Album Lustre? Bekommen wir mit seinem Letztwerk wieder mehr Lust auf Ed Harcourt?
Nils Frahm und The Bells. Der Klang von Glocken am Klavier
Markiert mit 2009, Instrumental, Piano
The Bells ist schon ziemlich faszinierend. Gemeinhin würde man das Werk des Berliner Instrumentalisten Nils Frahm simpel als Klaviermusik bezeichnen, doch “The Bells” birgt, auch wenn man neben dem Klavier tatsächlich kein anderes Instrument hört, viel mehr in sich. Nämlich Atmosphäre! Atmosphäre, die direkt bei den Aufnahmen der elf zum Großteil improvisierten Stücke in der Grunewaldkirche in Berlin entstand. Atmosphäre, die für 40 Minuten perfekt auf “The Bells” eingefangen wurde.
Oh, Count The Stars! Aber wer sind Lingby?
Markiert mit 2010, Bandcamp, Pop, Rock
Es hat schon eine ordentliche Portion Zufall benötigt, um auf Lingby aufmerksam zu werden. Kein Wunder aber, denn die fünfköpfige Formation aus Köln wurde in erster Linie auf Konzerten in ihrer deutschen Heimat bekannt. Während man also mit Bekanntheiten wie Lampshade oder Joshua Radin schon auf der Bühne stand, ließ die erste offizielle Album-Veröffentlichung lange auf sich warten. Seit letztem Jahr aber, fünf Jahre nach Gründung von Lingby, ist auf der Musiker-Plattform Bandcamp mit Count The Stars ihr erstes Album zumindest digital erhältlich – und das ist auch gut so, denn ansonsten wüssten wir immer noch nicht, was uns entgeht.
Mit nur vier Songs zu Mumford & Sons. Matthew And The Atlas reisen To The North!
Markiert mit 2010, Americana, Shuffler.fm
Es ist wohl wieder so eine Geschichte, wie sie vor wenigen Jahren noch nicht hätte geschrieben werden können. Heute aber, im Jahr 2011 und in Zeiten medialer Vernetzung, welche für Musiker mittlerweile unersetzliche Dienste wie Bandcamp, SoundCloud oder natürlich YouTube hervorgebracht hat, kann einer Band eine EP mit gerade mal vier Songs und die Gunst der Stunde genügen, um so viel Aufmerksamkeit zu erzeugen, dass man kurze Zeit später mit keinen Geringeren als den Herren von Mumford & Sons auf Tour gehen darf. Ein Kunststück, welches zuletzt der englischen Formation Matthew And The Atlas gelang. In ihrem Repertoire: Unter anderem die EP To The North, die das aufstrebende “Americana”-Genre in Perfektion interpretiert.
Homeward Bound. Heimwärts mit Squinch Owl auf der Schulter
Markiert mit 2010, Americana, Bandcamp, Folk, Punk
Seven songs to shriek and sing and laugh and love and dance to, if you want to.
So begrüßt uns hier jemand namens Squinch Owl und wir – neugierig wie wir sind – klicken munter auf eines der sieben dort aufgelisteten Lieder und hören sie also, diese Squinch Owl. “Well i caught a train, didn’t know where it was going, but i didn’t really care”, singt sie – die Eule, die Dame, wer immer, und wir – neugierig wie wir sind – steigen gleich mal mit ein. Mit Banjo, Akkordeon und außerordentlich guter Stimme geht es immer schön der Eule nach. “Will you meet me where no good man goes, will you drink with me to wretchedness & woe, will you meet me there?” Talabwärts also, was nicht weiter schlimm ist, denn, wie singt sie noch? – “I sold my satisfaction for a sweet sounding song and since i was born i been moving on” (“Meet me there”).
Auf der Suche nach dem richtigen Genre. Loch Lomond und Little Me Will Start A Storm
Markiert mit 2010, Chamber Pop, Shuffler.fm
Es wird kaum eine Rezension geschrieben, in der nicht auf das außergewöhnliche Genre hingewiesen wird, welches Loch Lomond mit ihrem Letztwerk Little Me Will Start A Storm besetzen: Chamber Pop! Chamber Pop? Man würde wohl eher einen Bandnamen dahinter vermuten. Was hat es mit diesem Genre, Loch Lomond und deren Album wirklich auf sich?
Holmes fragen: Have I Told You Lately That I Loathe You? Nein, hoffentlich nicht!
Markiert mit 2010, Americana, Rock
Man muss hier schon genau im Wörterbuch nachschlagen, möchte man die Anspielung auf den Klassiker “Have I Told You Lately That I Love You” verstehen (sei es nun jener von Scotty Wiseman oder Rod Stewart). “To loathe” ist kein alltägliches englisches Verb und kann am ehesten mit “hassen” oder “verabscheuen” übersetzt werden. Eine heftige Aussage prangt hier also vom neutral gehaltenen Cover des aktuellen Albums Have I Told You Lately That I Loathe You der schwedischen Band Holmes. Aber welche Geschichte erzählen uns die elf Nummern?
Movement In A Storm. Ein bezeichnender Titel für James Yuills Album
Markiert mit 2010, Elektronik
Rechtzeitig vor seinem Konzert am kommenden Sonntag im B72, hat sich mit Movement In A Storm das aktuelle Album von James Yuill vorübergehend auf unseren iPods durchgesetzt. Ob die außergewöhnliche Mischung aus Folk und Elektronik, die den Briten in Subgenres wie Folktronica oder Synther/Songwriter wirft, auch längerfristig durch unsere Kopfhörer dringt, ist anzuzweifeln. Denn die Folk/Elektronik Mischung harmoniert zwar gut, im Gegensatz zu vielen seiner (Sub-)Genre Kollegen begünstigt sie sich aber nicht und bleibt so letztendlich nur bedingt interessant.