Kann man Sigur Ros covern? Manuok kann!
Markiert mit 2010, Ambient, Cover, Folk
Möchte man als Künstler eine Nummer covern, so würde die Wahl vieler wohl lange nicht auf eine Nummer der isländischen Ambient-Popper von Sigur Rós fallen. Minutenlanger isländischer, manchmal gar fiktiver Gesang und eine ausgefallenen Instrumentierung machen die Vorlage nämlich nicht unbedingt leicht zugänglich. Der Amerikaner Scott Mercado aka Manuok hat sich ein Sigur Rós-Cover aber dennoch zur Aufgabe gemacht. Und das erfolgreich wie wir meinen!
Marshall und Vivian. Kindersegen bei Lowercase Noises
Markiert mit 2010, 2011, Ambient, Instrumental
Marshall und Vivian – zwei Alben von Lowercase Noises, die man einfach nicht getrennt voneinander betrachten kann. Das merkt man schon an den beiden Titeln, spätestens aber an den doch recht schönen Covers.
Wenn Sufjan Stevens Silent Night neu interpretiert, dann jaulen zum 3. Advent sogar die Engel!
Markiert mit 2010, Folk, Weihnachten
Es war wie ein verfrühtes Weihnachtsgeschenk, als vor einem Jahr eine neue, wenn auch bis heute inoffizielle Songs for Christmas Volume von Sufjan Stevens in der Blogosphäre auftauchte. Wenige Tage vor Weihnachten wurde mit Volume 6 endlich ein weiterer Missing Link zwischen den als CD-Box veröffentlichten Volumes 1 bis 5 und der EP Volume 8 entdeckt. Und das war so schön, dass gleich zu Beginn der EP die Engel im Weihnachtsklassiker “Silent Night” vor Freude jaulten. Gloria!
Secret Cities entführen in The Park. Ganz ohne blutigen Schnee
Markiert mit 2010, Psychedelic Pop
Aus (ja genau dem!) Fargo in North Dakota kommend, halten Secret Cities auf ihrem so nach Sommer klingenden Album Strange Hearts nach den ersten beiden Nummern inne, um uns mit “The Park” wenige Tage vor seinem offiziellen Start auch die perfekte Nummer für den Herbst zu bringen. Sie ist hymnisch, leicht abgedunkelt, macht nachdenklich. Perfekt also, um in diesen Tagen auf verregneten Fensterscheiben Wassertropfen beim Wettlaufen zuzusehen.
Mit Space Eagle immer noch im Kassettendeck. Alaska in Winter!
Markiert mit 2010, Elektronik, Retro
Brandon Bethancourt ist einer der besonders außergewöhnlichen Musiker der jüngeren Vergangenheit. Einerseits kommt er für seine Musik zu einem Großteil mit elektronischen Instrumenten aus und genügt sich dadurch – bandtechnisch gesehen – selbst. Andererseits braucht er, um unter dem Pseudonym Alaska in Winter seine Musik zu vertreiben, nichts weiter als ein paar gute Ideen und das Internet. Eine von diesen guten Ideen war im vergangenen Jahr Nostalgie, hat der Amerikaner sein Letztwerk Space Eagle doch tatsächlich auf Kassette veröffentlicht! Mit Erfolg, denn zumindest aus unserem Kassettendeck ist das Album seither nicht mehr weg- bzw. rauszudenken. Und das nicht nur deshalb, weil wir sonst keine Kassetten mehr haben.
Haben wir mit Lustre wieder mehr Lust auf Ed Harcourt bekommen?
Markiert mit 2010, Pop, Singer/Songwriter
Es fühlt sich fast so an, als sei es schon ewig her, als Ed Harcourt mit seinen ersten beiden Alben für Aufsehen unter allen Liebhabern klavierlastiger und hinsichtlich ihrer Texte ausgeklügelter Balladen sorgte. Heute sind darum Nummern wie “Those Crimson Tears” vom Debütalbum Here Be Monsters oder Sister Renee vom Nachfolger From Every Sphere, die aufgrund ihrer Unberührtheit stets ausstrahlten, als wären sie erst vor wenigen Minuten eingespielt worden, fast schon legendär. Spätestens 2004 schien Harcourt nämlich einen gewissen Stilwechsel zu besiegeln. Auf dem Album Strangers, welches in diesem Jahr veröffentlicht wurde, standen vermehrt durcharrangierte Pop-Nummern im Vordergrund, die Klavierlast suchte man vergebens. Fast wirkte es so, als wollte sich Harcourt bewusst der eigenen Stärken berauben. Wie verhält es sich aber nun auf seinem neuen Album Lustre? Bekommen wir mit seinem Letztwerk wieder mehr Lust auf Ed Harcourt?
Sufjan Stevens und der Soundtrack, von dem niemand wusste. Danke Natalie Portman!
Markiert mit 2008, 2010, Instrumental, Piano, Soundtrack
Freundschaften unter Künstlern können schon außergewöhnlich sein. Als vor etwa drei Jahren eine gewisse Natalie Portman, Schauspielerin und ihres Zeichens bekannt aus Filmen wie “Léon” oder “Garden State”, eine Vorstellung von Sufjan Stevens’ The BQE besuchte, war sie von der Musik des Amerikaners und deren Inszenierung derart angetan, dass sie ihn prompt für die musikalische Untermalung ihres Regiedebüts “Eve”, einen 22-minütigen Kurzfilm anheuerte. Das Ergebnis dieser Kollaboration war Klaviermusik – feine, reduzierte, unverfälschte und wahrscheinlich genau deshalb von der ersten Sekunde an ungemein faszinierende Klaviermusik. Wie es da passieren konnte, dass diese nicht schon 2008 die breite Öffentlichkeit erreichte, bleibt ein Rätsel. Erst zwei Jahre später, Ende 2010 sorgte die Vinyl-Edition von Stevens EP All Delighted People dafür, dass man sich über eine ominöse “Side D” wunderte. Darauf zu hören: elf unbenannte Klavierstücke, die reduziert und irgendwie unverfälscht klingen – und gemeinsam in etwa 22 Minuten lang dauern.
Weihnachtslieder im Juni? Wen stört das schon bei O Come, O Come, Emmanuel von Golau Glau?
Markiert mit 2010, Silverpop, Weihnachten
Zeitlosigkeit kann heute als eines der großen Qualitätsmerkmale von Musik angesehen werden. Zeitlosigkeit über Jahre, aber auch über Jahreszeiten hinweg. Der beste Beweis ist dafür wohl, wenn ein Weihnachtslied im Juni zum Ohrwurm wird. Wie “O Come, O Come, Emmanuel” von Golau Glau!
Two Intangibles Can’t Be Had. Sagt Sarah Jaffe und hat vollkommen Recht.
Es gibt Lieder, die fallen einem um den Hals und es gibt Lieder, die bleiben drei Meter vor einem stehen. Erstere hört man deutlich, zweitere hört man deutlicher, geht man ein paar Schritte auf sie zu.
Es gibt Lieder, die sind wie in allen Farben schillernde Kangteppiche und es gibt Lieder, die sind wie viele feine Linien, skizzenhaft. Erstere sieht man. Zweitere, wenn man genauer hinsieht.
The Stranger von Lord Huron. Und es kommen sogar Elefanten vor!
Markiert mit 2010, Folk, Shuffler.fm
Das Cover von Mighty, der zweiten EP von Lord Huron, ist ja eigentlich schon ein wenig kitschig illustriert. Dabei ist das märchenhaft anmutende Bild des Elefanten, der sich fast majestätisch im Sonnenuntergang aus der Brandung erhebt, Teil jener Geschichte, die uns vom Amerikaner Ben Schneider in “The Stranger” erzählt wird. Als Lord Huron ist er nämlich jemand Fremden begegnet. Oder etwas Fremden. Je nachdem.
Oh, Count The Stars! Aber wer sind Lingby?
Markiert mit 2010, Bandcamp, Pop, Rock
Es hat schon eine ordentliche Portion Zufall benötigt, um auf Lingby aufmerksam zu werden. Kein Wunder aber, denn die fünfköpfige Formation aus Köln wurde in erster Linie auf Konzerten in ihrer deutschen Heimat bekannt. Während man also mit Bekanntheiten wie Lampshade oder Joshua Radin schon auf der Bühne stand, ließ die erste offizielle Album-Veröffentlichung lange auf sich warten. Seit letztem Jahr aber, fünf Jahre nach Gründung von Lingby, ist auf der Musiker-Plattform Bandcamp mit Count The Stars ihr erstes Album zumindest digital erhältlich – und das ist auch gut so, denn ansonsten wüssten wir immer noch nicht, was uns entgeht.
Mit nur vier Songs zu Mumford & Sons. Matthew And The Atlas reisen To The North!
Markiert mit 2010, Americana, Shuffler.fm
Es ist wohl wieder so eine Geschichte, wie sie vor wenigen Jahren noch nicht hätte geschrieben werden können. Heute aber, im Jahr 2011 und in Zeiten medialer Vernetzung, welche für Musiker mittlerweile unersetzliche Dienste wie Bandcamp, SoundCloud oder natürlich YouTube hervorgebracht hat, kann einer Band eine EP mit gerade mal vier Songs und die Gunst der Stunde genügen, um so viel Aufmerksamkeit zu erzeugen, dass man kurze Zeit später mit keinen Geringeren als den Herren von Mumford & Sons auf Tour gehen darf. Ein Kunststück, welches zuletzt der englischen Formation Matthew And The Atlas gelang. In ihrem Repertoire: Unter anderem die EP To The North, die das aufstrebende “Americana”-Genre in Perfektion interpretiert.
Die wunderbare Wandlung eines kontroversen Chartbreakers. William Fitzsimmons als Retter von I Kissed a Girl
Markiert mit 2006, 2010, Cover, Folk, Pop
You girls you are so magical, soft skin, red lips, so kissable, hard to resist so touchable, too good to deny it. It ain’t no big deal, it’s innocent
Es ist schon erstaunlich, die wunderbare Wandlung des kontroversen Chartbreakers “I Kissed a Girl” von Katy Perry zu beobachten. Dabei unterscheidet sich das Derivat des amerikanischen Singer/Songwriters William Fitzsimmons textlich nur gering vom Original: Aus “boyfriend” wurde “girlfriend”, aus “us” und “we” wurde “you”! Dennoch aber scheint vom Original nur mehr wenig übrig geblieben zu sein. Mit einfachen Mitteln rettet Fitzsimmons “I Kissed a Girl” und brachte damit kaum für möglich gehaltenes Potential der Nummer zum Vorschein.
Homeward Bound. Heimwärts mit Squinch Owl auf der Schulter
Markiert mit 2010, Americana, Bandcamp, Folk, Punk
Seven songs to shriek and sing and laugh and love and dance to, if you want to.
So begrüßt uns hier jemand namens Squinch Owl und wir – neugierig wie wir sind – klicken munter auf eines der sieben dort aufgelisteten Lieder und hören sie also, diese Squinch Owl. “Well i caught a train, didn’t know where it was going, but i didn’t really care”, singt sie – die Eule, die Dame, wer immer, und wir – neugierig wie wir sind – steigen gleich mal mit ein. Mit Banjo, Akkordeon und außerordentlich guter Stimme geht es immer schön der Eule nach. “Will you meet me where no good man goes, will you drink with me to wretchedness & woe, will you meet me there?” Talabwärts also, was nicht weiter schlimm ist, denn, wie singt sie noch? – “I sold my satisfaction for a sweet sounding song and since i was born i been moving on” (“Meet me there”).
OMGCD! The Low Anthem auf der Suche nach Charlie Darwin
Markiert mit 2010, Americana, Folk
Charles Robert Darwin, den britischen Naturforscher, kennt man wohl vor allem aufgrund seiner wesentlichen Beiträge zur Evolutionstheorie. So war es auch er, der entscheidend den Begriff Survival of the Fittest, also das Überleben der bestangepassten Individuen, geprägt hat. The Low Anthem aus dem amerikanischen Rhode Island blicken auf die Welt und sehen, wie heute viel Negatives ausgerechnet von denjenigen ausgeht, die sich am besten angepasst zu haben scheinen. ”Life is cold and formless”, das Darwin’schen System droht ihrer Meinung nach zu scheitern. Grund genug sich also zu fragen, wo “Charlie Darwin” heute bloß steckt:
Oh my God, Charlie Darwin where are you now?
Auf der Suche nach dem richtigen Genre. Loch Lomond und Little Me Will Start A Storm
Markiert mit 2010, Chamber Pop, Shuffler.fm
Es wird kaum eine Rezension geschrieben, in der nicht auf das außergewöhnliche Genre hingewiesen wird, welches Loch Lomond mit ihrem Letztwerk Little Me Will Start A Storm besetzen: Chamber Pop! Chamber Pop? Man würde wohl eher einen Bandnamen dahinter vermuten. Was hat es mit diesem Genre, Loch Lomond und deren Album wirklich auf sich?
Es ist immer noch Too Much, um über Sufjan Stevens The Age of Adz zu schreiben
Markiert mit 2010, Elektronik, Web 2.0
Von Sufjan Stevens The Age of Adz, obwohl unser Album des Jahres 2010, wird eine komplette Review wohl noch ein wenig länger auf sich warten lassen. Mehr als ein zwar ehrliches, aber wenig aussagekräftiges “Best Record Ever!” könnte derzeit nicht geschrieben werden, sogar auf den obligatorischen “Weiterlesen”-Link müsste man dann verzichten. Die immer wieder neu gewonnenen Eindrücke von Stevens Letztwerk sind auch nach Monaten des ausgiebigen Hörens immer wieder neu, dann nirgendwohin zuzuordnen, in Summe somit schlichtweg “Too Much”. Worüber im Zusammenhang mit “The Age of Adz” jedoch geschrieben werden kann, ist ein nur dank neuer Medien und Zufall zustande gekommener Videomitschnitt, der qualitativ an sich schlecht, aber gerade darum gut ist!
Holmes fragen: Have I Told You Lately That I Loathe You? Nein, hoffentlich nicht!
Markiert mit 2010, Americana, Rock
Man muss hier schon genau im Wörterbuch nachschlagen, möchte man die Anspielung auf den Klassiker “Have I Told You Lately That I Love You” verstehen (sei es nun jener von Scotty Wiseman oder Rod Stewart). “To loathe” ist kein alltägliches englisches Verb und kann am ehesten mit “hassen” oder “verabscheuen” übersetzt werden. Eine heftige Aussage prangt hier also vom neutral gehaltenen Cover des aktuellen Albums Have I Told You Lately That I Loathe You der schwedischen Band Holmes. Aber welche Geschichte erzählen uns die elf Nummern?
Wenn man kein Wort versteht, aber trotzdem mitsingen will. Bei MY KZ, UR BF von Everything Everything
Markiert mit 2010, Elektronik
Skip, skip, skip, skip, skip, skip, skip, skip, skip, skip, skip, skip. Es dauerte nur wenige Minuten, da war man mit den 12 Nummern von Man Alive, dem Debütalbum von Everything Everything, bereits durch. Ohne die obligatorische zweite Chance wäre mit dem Album der Briten wohl eine Musikempfehlung verkommen, würde an dieser Stelle nicht über sie geschrieben werden. Skip, skip, skip. Diesmal in die andere Richtung. Immer wieder wird zurückgesprungen, man kommt kaum noch über die erste Nummer des Albums hinaus. Sie ist mit dem Titel MY KZ, UR BF rätselhaft. Und fasziniert mit jedem Mal mehr.
Movement In A Storm. Ein bezeichnender Titel für James Yuills Album
Markiert mit 2010, Elektronik
Rechtzeitig vor seinem Konzert am kommenden Sonntag im B72, hat sich mit Movement In A Storm das aktuelle Album von James Yuill vorübergehend auf unseren iPods durchgesetzt. Ob die außergewöhnliche Mischung aus Folk und Elektronik, die den Briten in Subgenres wie Folktronica oder Synther/Songwriter wirft, auch längerfristig durch unsere Kopfhörer dringt, ist anzuzweifeln. Denn die Folk/Elektronik Mischung harmoniert zwar gut, im Gegensatz zu vielen seiner (Sub-)Genre Kollegen begünstigt sie sich aber nicht und bleibt so letztendlich nur bedingt interessant.