Umzugsmusik: Michael Ketterer und Love/War/Solar System
Markiert mit 2011, Elektronik, Pop, Rock
Während eines Umzugs kann der eigene Musikgeschmack schon mal auf den Kopf gestellt werden. Zumindest ein bisschen. Denn nach dem Packen der sechzigsten Umzugskiste, dem wiederholten Schichten dieser in mannshohe Stapel, dem Zerlegen einer Vielzahl an Möbel und der notwendigen Organisation zwischen all diesen Dingen, braucht man schon Musik, die einem auch nach Tagen des gleichen Prozedere noch Kraft, Motivation und Ausdauer gibt. Einer freundlichen last.fm-Recommendation sei Dank, dass man auf Spotify bei Michael Ketterer hängen geblieben ist. Und somit nicht beim Umzug.
Sich in Lose It von Austra selbst verlieren
2012 hat ihn endlich: Jenen kraftvollen, mitreißenden Song, den man normalerweise im selben Jahr kein zweites Mal mehr findet. Er kommt von Austra und heißt “Lose It”. Und man kann sich wahrhaft in ihn verlieren.
Reinvent, Remember, Replay. Jars Of Clay erinnern sich an sich selbst
Der Name der Jars Of Clay-EP lässt doch ziemlich genau auf ihren Inhalt schließen und mag auf den ersten Blick nicht sonderlich einfallsreich klingen. Ebenso ihr Cover. Es wirkt mit seinem einfachen Motiv und seiner kindlichen Farbwahl bestenfalls kurzfristig entstanden. Das verwundert insbesondere deshalb, weil Reinvent, Remember, Replay selbst alles hat, was dem Cover fehlt: Einfallsreichtum, Kreativität, Besonderheit. Und all das, obwohl es sich nur um Coverversionen eigener Songs handelt.
I Thought I Was an Alien. Und wir dachten es käme nie: Sokos Debut
Markiert mit 2012, Folk, French, Pop, Singer/Songwriter
Seit ihrem genauso einprägsamen wie eigenwilligen Hit I’ll Kill Her (2007) wartete man auf mehr. Mehr von der jungen Französin Stéphanie Sokolinski – auf den Bühnen dieser Welt auch besser bekannt als Soko.
Fünf Jahre hat es gedauert bis Sokos Debut-Album I Thought I Was an Alien letzten Monat dann schließlich herauskam. Das Warten hat sich gelohnt: 15 Titel und mindestens ebenso viele Geschichten. Weiterlesen →
12 Kapitel, 36 Einträge. Im Yearbook von Sleeping At Last!
Die Zeit von Oktober 2010 bis September 2011 war wohl eine besondere Zeit für Sleeping At Last. Innerhalb eines Jahres veröffentlichten die Amerikaner aus Wheaton, Illinois nicht weniger als zwölf EPs mit je drei neuen Songs – Monat für Monat also eine neue EP, betitelt mit dem entsprechenden Monatsnamen. Ende 2011 durfte man sich als Hörer dann über das gesammelte Werk freuen: Das Yearbook!
1. Advent: Zu spät, aber hoffentlich noch rechtzeitig mit Rosie Thomas, Why Can’t It Be Christmastime All Year und Schwung in den Advent 2011
Markiert mit 2008, Pop, Weihnachten
Wie auch 2010 wollen wir auch dieses Jahr Weihnachten wieder mit der passenden Musik an den Adventsonntagen einläuten. Der frühe erste Advent im November hat uns diese Tage selbst überrascht, weshalb wir die erste musikalische Empfehlung am heutigen ersten Dezembertag zwar verspätet, aber hoffentlich immer noch rechtzeitig aussprechen: Mit dem beschwingtem “Why Can’t It Be Christmastime All Year” von Rosie Thomas!
Time Travel. Einmal Alessi’s Ark und zurück
Markiert mit 2011, Folk, Pop, Singer/Songwriter
28 1/2 Minuten. 12 Lieder. Und die meisten davon nicht länger als 2 1/2 Minuten. Das ist Alessi’s Arks neues Album “Time Travel” in Zahlen, zumindest so ungefähr. Was jedoch viel wichtiger zu wissen ist: Diese Zeitreise ist nicht nur recht kurz, sondern vor allem ziemlich kurzweilig.
Es scheint so, als bräuchte Alessi Laurent-Marke fast gar nichts, um ihre Zuhörer in ihre kleine, feine Klangwelt zu entführen. Eins vor allem nicht: Zeit. Und damit muss man sich auf “Time Travel” abfinden. Intros oder Outros sind eher spärlich vorhanden und es kommt schon mal vor, dass ein Lied vorbei ist, ehe man sich die Melodie noch hätte merken können.
Haben wir mit Lustre wieder mehr Lust auf Ed Harcourt bekommen?
Markiert mit 2010, Pop, Singer/Songwriter
Es fühlt sich fast so an, als sei es schon ewig her, als Ed Harcourt mit seinen ersten beiden Alben für Aufsehen unter allen Liebhabern klavierlastiger und hinsichtlich ihrer Texte ausgeklügelter Balladen sorgte. Heute sind darum Nummern wie “Those Crimson Tears” vom Debütalbum Here Be Monsters oder Sister Renee vom Nachfolger From Every Sphere, die aufgrund ihrer Unberührtheit stets ausstrahlten, als wären sie erst vor wenigen Minuten eingespielt worden, fast schon legendär. Spätestens 2004 schien Harcourt nämlich einen gewissen Stilwechsel zu besiegeln. Auf dem Album Strangers, welches in diesem Jahr veröffentlicht wurde, standen vermehrt durcharrangierte Pop-Nummern im Vordergrund, die Klavierlast suchte man vergebens. Fast wirkte es so, als wollte sich Harcourt bewusst der eigenen Stärken berauben. Wie verhält es sich aber nun auf seinem neuen Album Lustre? Bekommen wir mit seinem Letztwerk wieder mehr Lust auf Ed Harcourt?
Two Intangibles Can’t Be Had. Sagt Sarah Jaffe und hat vollkommen Recht.
Es gibt Lieder, die fallen einem um den Hals und es gibt Lieder, die bleiben drei Meter vor einem stehen. Erstere hört man deutlich, zweitere hört man deutlicher, geht man ein paar Schritte auf sie zu.
Es gibt Lieder, die sind wie in allen Farben schillernde Kangteppiche und es gibt Lieder, die sind wie viele feine Linien, skizzenhaft. Erstere sieht man. Zweitere, wenn man genauer hinsieht.
Oh, Count The Stars! Aber wer sind Lingby?
Markiert mit 2010, Bandcamp, Pop, Rock
Es hat schon eine ordentliche Portion Zufall benötigt, um auf Lingby aufmerksam zu werden. Kein Wunder aber, denn die fünfköpfige Formation aus Köln wurde in erster Linie auf Konzerten in ihrer deutschen Heimat bekannt. Während man also mit Bekanntheiten wie Lampshade oder Joshua Radin schon auf der Bühne stand, ließ die erste offizielle Album-Veröffentlichung lange auf sich warten. Seit letztem Jahr aber, fünf Jahre nach Gründung von Lingby, ist auf der Musiker-Plattform Bandcamp mit Count The Stars ihr erstes Album zumindest digital erhältlich – und das ist auch gut so, denn ansonsten wüssten wir immer noch nicht, was uns entgeht.
Die wunderbare Wandlung eines kontroversen Chartbreakers. William Fitzsimmons als Retter von I Kissed a Girl
Markiert mit 2006, 2010, Cover, Folk, Pop
You girls you are so magical, soft skin, red lips, so kissable, hard to resist so touchable, too good to deny it. It ain’t no big deal, it’s innocent
Es ist schon erstaunlich, die wunderbare Wandlung des kontroversen Chartbreakers “I Kissed a Girl” von Katy Perry zu beobachten. Dabei unterscheidet sich das Derivat des amerikanischen Singer/Songwriters William Fitzsimmons textlich nur gering vom Original: Aus “boyfriend” wurde “girlfriend”, aus “us” und “we” wurde “you”! Dennoch aber scheint vom Original nur mehr wenig übrig geblieben zu sein. Mit einfachen Mitteln rettet Fitzsimmons “I Kissed a Girl” und brachte damit kaum für möglich gehaltenes Potential der Nummer zum Vorschein.
Live on Stage: Genre-Königin Lena Malmborg im Haus der Musik
Markiert mit 2011, Haus der Musik, Pop, Wien
Um über Lena Malmborg schreiben zu können, müssen Hausaufgaben gemacht werden. Die Übung: Alles herausfinden, was über sie herauszufinden ist! Wie gut die Aufgabe auch gelöst werden mag, bei einer Beurteilung würde die Note wohl automatisch um zwei Grade schlechter werden. Grund: zu spät abgegeben! Denn ohne die persönliche Jahreskarte im Haus der Musik, die für den Zeitraum ihrer Gültigkeit zum freien Eintritt in die Konzerte der Reihe Live on Stage berechtigt, wäre man, wie viele an diesem Abend, wohl nicht auf die Musik der Schwedin gestoßen. Und das völlig zu Unrecht.
Alles wird gut! Sagen zumindest The Autumn Film in Mended
Wir wissen nicht was, wir wissen nicht warum. Nur, dass es geschieht. Es wird alles gut, es kann alles ausgebügelt werden. Und es ist tatsächlich auch schön, sowas ab und an zu hören.